Vertreibung und Minderheitenschutz in Europa
Chemnitzer Europastudien, Bd. I. Berlin 2005.

Herausgeber:
Frank-Lothar Kroll
Matthias Niedobitek
  
 Inhalt
  
  Der erste Band der "Chemnitzer Europastudien" enthält die Vorträge der Tagung "Vertreibung und Minderheitenschutz", welche die Herausgeber vom 27. bis 29. Februar 2004 in Plauen veranstaltet haben. Sein Schwerpunkt liegt auf den Ereignissen im deutsch-böhmischen Grenzraum und fokussiert dabei vor allem das tschechisch-sudetendeutsche Verhältnis vor wie nach dem Epochenjahr 1945. Den damit zusammenhängenden Fragen gelten - mehr oder weniger ausgeprägt - die Beiträge von Adrian von Arburg und Milos Havelka. Milos Reznik hingegen beschäftigt sich in seinem den Kaschuben gewidmeten Text mit deren Stellung zwischen polnischen und deutschen Vereinnahmungsansprüchen in der Geschichte sowie mit heutigen Fragen der sich daraus ergebenden wechselseitigen Wahrnehmung. Hendrik Thoß wiederum beleuchtet die oftmals vernachlässigte "westliche" Perspektive minderheitenpolitischen Argumentierens im Blick auf elsaß-lothringische Bevölkerungsverschiebungen nach 1918. Die im engeren Sinne rechtswissenschaftlichen Beiträge von Liv Jaeckel, Ludwig Gramlich und Matthias Niedobitek weiten den Blick dann auf völker-, finanz- und europarechtliche Perspektiven des aktuellen Minderheitenschutzes unter Einbeziehung der sorbischen Minderheit in den Bundesländern Sachsen und Brandenburg, während es Andreas Thüsing obliegt, dem gleichsam spiegelbildlichen Aspekt des Vertreibungsgeschehens nachzuspüren: der Integration der Vertriebenen in ihre neue Heimatregion, hier wiederum speziell dargestellt am sächsischen Beispiel. Winfried Halder schließlich führt in einem ausgreifenden Überblicksbeitrag die grundlegenden historischen und zeitgeschichtlichen Ereigniszusammenhänge des Vertreibungsgeschehens in den deutschen Ostgebieten nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges vor Augen.
Auf diese weise entsteht ein umfassendes Panorama der miteinander eng verknüpften Problemfelder "Vertreibung" und "Minderheitenschutz" - orientiert an sowohl interdisziplinären als auch gesamteuropäisch perspektivierten Fragestellungen, deren bewußt weiträumiger Horizont der Wissenschaft neue Impulse zur Erörterung eines noch lange nicht erschöpfend thematisierten Forschungsgebietes vermitteln soll.
  
  
  
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