Europas Eiserner Vorhang
Die deutsch-deutsche Grenze im Kalten Krieg. Chemnitzer Europastudien Bd. 9, Berlin 2008.

Herausgeber:
Hendrik Thoß
  
 Inhalt
  
  Mit dem vorliegenden Sammelband verknüpft sich das Ziel, die Geschichte der deutsch-deutschen Grenze ebenso wie der Grenzpolizei der SBZ, den späteren DDR-Grenztruppen zwischen 1945/46 und 1989/90 nachzuzeichnen und zugleich einzubetten in den Kontext des Ost-West-Systemkonflikts, dessen Frontlinie für über vierzig Jahre auch die etwa 1.400 Kilometer lange deutsch-deutsche Grenze gewesen ist. Die Autoren skizzieren die zentralen Entwicklungslinien von der Aufstellung einer sich aus Freiwilligen rekrutierenden, spärlich ausgerüsteten und kaum ausgebildeten Polizeiverbands der späten 1940er Jahre über den schrittweisen Ausbau der Grenze und der Grenztruppe in den 1960er und 1970er Jahren bis zu den strukturellen wie technischen Planungen für die Zeit nach 1995. Hier wird erkennbar, dass zwischen dem offiziell postulierten Selbstbild eines primär zur Abwehr äußerer Bedrohungen existierenden Grenzschutzorgans der DDR und der Realität ein unüberbrückbarer Gegensatz bestand. Eine vergleichbare Erkenntnis liefert auch die in dem vorliegenden Band erstmals für die DDR-Grenztruppen vorgenommene Kampfwertanalyse, durch die sich die in Teilen der Publizistik bisweilen vertretene Behauptung, wonach die Grenztruppe ein schlagkräftig ausgerüsteter und gut ausgebildeter Verband mit genuin militärischen Aufgaben gewesen sei, eindeutig widerlegen lässt. Eine kritische Analyse der strafrechtlichen Ahndung der an der deutsch-deutschen Grenze begangenen Gewalttaten schlägt den Bogen in das erste Jahrzehnt der deutschen Wiedervereinigung.
  
  
  
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